Wirkfaktoren der Delphintherapie
Die Delphintherapie ist eine tiergestützte Therapieform, die seit etwa 20 Jahren Anwendung findet und heute zur Behandlung eines breiten Spektrums psychischer Probleme und Störungen, als auch für zahlreiche Formen von intellektueller und psychischer Behinderung eingesetzt wird. Im Zentrum dieser Behandlungsform liegt die therapeutisch begleitete Delphininteraktion, die - ganz allgemein gesprochen - eine stimulierende Wirkung auf den Klienten ausübt und so einen Entwicklungsprozess begünstigt. Die generelle Wirksamkeit dieser Behandlungsform ist, wie im Folgenden kurz erläutert wird, bereits für viele Formen von Behinderung und psychischen Störungen belegt. Noch weitgehend unerforscht ist jedoch die Frage, wie diese Wirkung zustande kommt, d.h. welche Faktoren (klienten- wie auch therapeutenseitig) sie bedingen.
Forschungsfragen
- Auswirkungen der Delphininteraktionen auf die menschliche Gehirnaktivität?
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Können Delphine den sogenannten „Alpha-Zustand“ auslösen?
- Besteht ein Zusammenhang zwischen der Ultraschallaktivität des Delphins und den im EEG beobachtbaren Veränderungen.
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Welche Ultraschallsignal-Typen rufen wünschenswerte neurophysiologische Reaktionen im menschlichen ZNS aus?
Da die Forschungsfragen auf einander aufbauen, ist ein schrittweises Vorgehen erforderlich. Sollte sich herausstellen, dass die Ultraschall-Emissionen des Delphins keine wesentliche Rolle für die beobachteten Effekten spielen, dann wird es notwendig sein, andere Ursachen für die Delphineffekte auszumachen. Sollte sich jedoch die Ultraschall-Hypothese als haltbar herausstellen, sollte der Frage nachgegangen werden, welche Signaltypen des Delphins zu besonders starken Effekten bei den Probanden geführt haben. Bei eventuell nachfolgenden BIONIK-Projekten sind diese Informationen von entscheidender Bedeutsamkeit.
Erhebungsmethoden
- Video-Verhaltensbeobachtung
- Messung der Ultraschall-Emissionen des Delphins
- Erfassung der EEG-Daten des Probanden während der Delphin-Interaktion
- Erfassung der subjektiven Erfahrungsdaten der Probanden unmittelbar nach der Interaktion.
Mittels statistischer Verfahren sollen die Zusammenhänge zwischen Ultraschalldaten und EEG-Daten gefunden werden. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Abnahme der EEG-Daten der Probanden im Wasser dar. Unter Einbeziehung forschungsökonomischer Aspekte sollen über hirnphysiologische Messungen zunächst die Veränderungen vor und nach der Delphininteraktion erfasst werden. Danach werden die Wirkfaktoren eingegrenzt und gewichtet. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die Rolle des Ultraschalls. Über Methoden der Verhaltensbeobachtung kann geklärt werden, ob Ultraschall als Wirkfaktor in Frage kommt. Zur genaueren Abklärung wird eine direkte Abnahme der Signalrezeption an der Versuchsperson vorgeschlagen. Die Ergebnisse dieser Studie sollen nach Möglichkeit Zusammenhänge zwischen bestimmte Ultraschall-Frequenzen und wünschenswerten gehirnphysiologischen Veränderungen beleuchten. Mit den Ergebnissen der Studie könnten fundamentale Grundannahmen der Delphintherapie sowie für die Delphintherapie spezifische Wirkfaktoren untersucht werden, die dann zu einer empirisch begründeten Theorie der Delphintherapie weiterentwickelt werden könnten. Darüber hinaus könnten die Ergebnisse dieser Forschung auch die Grundlage für die Entwicklung einer ultraschallbasierten Therapie eröffnen, die sich an der „Technologie“ der Delphine orientieren würde.